Shanti – oder warum geht Glück über Frieden

Warum steht das Recht auf Frieden eigentlich nirgends in einem Gesetz?

Dass man sich darum bemühen möchte ist ja schon mal ganz nett. Aber wie bitte soll das denn klappen, wenn einem auf dem Weg dahin immer was Besseres in den Weg kommt?

Keine Regierung schafft es Frieden so durchzusetzen, dass man da nicht dauernd drüber diskutieren müßte. Selbst wir hier, seit 50 Jahren in Frieden, können mit unseren Nachbarn im Unfrieden streiten und vor Gericht ziehen. Das ist jetzt nicht gleich Krieg, aber doch relativ verwunderlich, dass sich da niemand drum bemüht uns mal moralisch die Ohren so lang zu ziehen, dass wir verstehen: Frieden bringt Glück und Freiheit und das steht jedem ja wohl zu.

Der 22.09.2012 ist der UN Weltfriedenstag und morgen werden weltweit Yogastudios den ganzen Tag lang üben und damit zeigen, dass es überall noch ein wenig friedlicher sein könnte.

Das Bild oben aus dem Weltraum muß gigantisch sein. Seit Jahren treibt mir die Vorstellung von Milliarden Yoga Matten und einem globalen „Shanti“ eine Gänsehaut auf den Körper. Dabei hab ich es sonst gar nicht so mit Yoga Massen Veranstaltungen…

Gern grätscht meine Mutter dann mit ihrer recht pragmatischen Art dazwischen und fragt dann so banal wie möglich: „Ach, interessant und was macht das dann?“ Und das ist ihr Ernst…Sie und viele andere sehen nicht, was Du siehst, was morgen Milliarden andere fühlen und was ein Zeichen sein wird.

Es geht um das TUN und SEIN und nicht nur um das MÜSSTE MAL – und ich bin ehrlich: Wenn es darum geht, was man und alle anderen mal müßten und sollten bin ich die Erste und kann große Reden schwingen. Aber Yoga zwingt Dich auf Deine Matte und macht Dich unweigerlich feinfühliger und sensibler für alles um Dich herum: NO WAY OUT! Frieden ist ein großes Wort, aber wenn morgen dann schon mal 30 grenzdebil grinsende Hamburger durch die Schanze strahlen und sich lachend über streitende Parkplatz Krieger erfreuen, statt mit zu kämpfen oder mit dem Yoga Glow im Gesicht jemanden anrufen, den sie schon lange mal wieder sprechen wollten, dann haben wir doch schon mal viel gewonnen. Stellen wir uns mal vor, das würden einfach alle tun. 90 Minuten auf der Matte sitzen und jeden verdammten Liegestütz für den Frieden schwitzen. Jeden Atemzug für nur 90 Minuten einmal im Jahr für ein Kind atmen, dass gerade irgendwo völllig desillisioniert in einem Lager sitzt und die Welt nicht mehr begreift. Jedes Rad mit offenem Herzen für mehr Mitgefühl schwingen…nur einmal im Jahr: Ich glaube, wir würden mehr verstehen.

Ich glaube, wir würden offener werden für Sorgen der anderen

Ich glaube, wir könnten einander wieder offener begegnen.

Ich glaube, wir würden gemeinsam wieder glauben können.

Ich glaube, wir würden zusammen wieder Ziele verfolgen.

Morgen ist ein guter Anfang, wo immer Du bist. Egal, was noch alles so ansteht – egal was da wieder mal nicht so gut passt. Der Tag könnte ein Tag wie Weihnachten werden:

Immer wieder viel zu früh im Jahr und dann doch wunderschön, mit dem Läuten der Glocken, mit dem Schimmer, dem Glow und dem Lachen…

SHANTI HELL YES!!!

Join me: Ich unterrichte morgen im Yogaraum Hamburg 108 Minuten und spende alle Einnahmen an die Flüchtlingslager vor Syrien! yogaraum-hamburg 10-12 Uhr – all Levels welcome!

Weit mehr als Raum…Zeit, Geduld und Platz zum Atmen

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Wann hast Du das letzte Mal gewartet?

Welche Situation hat in Dir das letzte Mal Unruhe gestiftet?

Was macht „leere Zeit“ mit Dir?

Vielleicht ist es die Tatsache, dass ich die letzten fünf Wochen auf 10 qm mit dem Mann gelebt habe, der auch jeden Abend das Bett mit mir teilt. Das bringt einen Yogi (und hier häten wir dann auch gleich Exemplare nebeneinander davon) schnell mal dazu innere Unruhe, aufgrund mangelnder Freiheit, zu verspüren.

Vielleicht ist es aber auch wieder einmal das Tempo der Zeit, das mich, gerade wo der Spätsommer so unfassbar einlädt zum sich treiben lassen, das Thema Zeit und Geduld beschäftigen.

Es begann im Büro, wo es hoch herging und viele Dinge hätten gestern erledigt werden müßen. Das kennt jeder und man spürt förmlich, wie sich die Energie beginnt hochzuschrauben. Wie der Hase bei Alice im Wunderland rennen alle umher: „Schnell, schnell – keine Zeit!“

Es ging im Briefe, die schon hätten längst beantwortet zurück kommen sollen. Verträge und Verhandlungen innerhalb weniger Stunden – es blieb keine Luft zum Atmen und eines Abends hab ich mich gefragt: Wie ging das früher? Ohne Mail und Handy? Wenn ein Vertrag 14 Tage brauchte, bis er zurück geschickt wurde. Haben alle in der Zwischenzeit Urlaub gemacht?

Wenn eine Antwort mal länger als die heute üblichen 3,5 Minuten braucht glaubt man schon mit einem Loser zu verhandeln.

Sind wir alle bescheuert? Wie soll der Körper das bitte verstehen?

Meiner hat dann auch mal gleich gepflegt auf Pause gedrückt! Meine Aufnahmefähigkeit hat einfach aufgehört zu funktionieren und ich brauchte Pausen. Luft, Sonne und Raum…

Raum sich selbst, anderen und auch Situationen…das scheint irgendwo zwischen urban Lifestyle und Hipstertum abhanden gekommen zu sein.

Eher spekulieren wir gepflegt auf Idioten, anstatt mal ein anderes Tempo anzunehmen. Nur noch schneller ist akzeptabel.

Meine Praxis, mein eigenes Üben hatte dann auch die ganze Woche das Thema Raum und Zeit. Das Gegengift gegen zuviel ist manchmal einfach NIX!

Viele weite Dehnungen, lange halten – noch länger, bis es fast langweilig wird – das schafft neue Räume, der Körper, der Kopf dankt es Dir mit neuen Reizen, mit einem Gefühl Neues entdeckt zu haben…

Viele Öffnungen der Hüfte und des Brustkorbes – über das Ziel hinaus, aus der Komfort Zone, schaffen das Überwinden der Zeit. Man ist klar hier und nirgendswo sonst.

Viele Atemübungen bringen Dich zurück zu Deinem Körper und nicht zu dem nächsten Termin.

Auch wenn die letzten Wochen Kraft gekostet haben, ich bin dankbar dafür: Nie zuvor konnte ich sehen, wie absurd Tempo sein kann. Nie zuvor habe ich gemerkt, was Zeit und Geduld bedeutet und wie weit auch ich davon jedes Mal wieder weg bin.

Ich maile oft in Kleinschrift – das spart Zeit, glaube ich!

Ich erledige Dinge parallel – spart keine Zeit NIE!! Aber man glaubt es

Ich bin immer bemüht alles sofort zu erledigen, was NIE klappen kann und immer mindestens einen unglücklich macht – gern mal mich selbst

Daher hier meine Top drei für einen LAANGSAMEN START INS WOCHENENDE:

1. Kein Handy – nimm Dir mal wieder vor einen Brief zu schreiben: An Dich selbst, die beste Freundin, Deine Mutter/Großmutter oder Schwester – erzähle mal von Deiner Woche und warte auf eine Antwort

2. Augen auf! Weisst Du, wer die Verkäuferin ist, die jeden Morgen Brötchen für Dich verpackt, Lerne mal „fremde“ Menschen als etwas Besonderes anzusehen – schließlich sind sie gerade JETZT Teil Deines Lebens!

3. Übe Yin Yoga dieses Wochenende – geh in eine Stunde oder besuche online eine Stunde/Podcast der den Schwerpunkt long, slow deep oder restorative Yoga hat. Tauche mal ab von weiter und schneller und Du wirst neue Räume entdecken.

Genieß mal bewust Langeweile und Stille auch bei der Kommunikation, keine Worthülsen und kein Smalltalk.

Warum? Kreativität und Neues können unter Todesangst und Stress nicht klappen. Neues entsteht durch Raum und Ruhe!

* Happy Aloha Weekend *

FRIDAY GOODIE:

Join my Cause: Ich unterrichte am Samstag, den 22.09 am GLOBAL MALA PEACE DAY im yogaraum Hamburg von 10-12 Uhr eine Charity Stunde (spende, was Du kannst!) für die Kinder in den Flüchtlingslagern vor Syrien. Es herrschen dort unfassbare Zustände: 20.000 Menschen leben in Lagern ausgerichtet für 500 – Pray, Breathe and Yoga for GLOBAL PEACE

Nicht suchen… machen *Dein OsterYOGAkorb*

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Fastenzeit hin oder her – Ostern wäre jetzt da und zwar ziemlich genau in wenigen Tagen. Familien rüstet Euch, gerade mal 120 Tage und ein paar Monde nach Weihnachten kommt die erste große Familienfeier 2012. Die Feiertage sollten aber vorallem der inneren Einkehr und Ruhe dienen, so dass man zwischen der Hektik des Alltags und der Work Life Balance, mal einige Tage hat, die man ganz anders gestaltet, als gewohnt: Das könnte im besten Fall dazu führen, dass der Kopf und der Körper sich entspannen und somit gestärkt aus den Feiertagen kommen.

Damit Du Deine Feiertage so gut wie möglich nutzen kannst, habe ich ein paar Asanas und Pranayamas zusammengestellt. Wenn Du über die Feiertage zur Familie fährst nutze den frühen Morgen für ein paar Übungen, wenn es still ist.

Mache aus den Feiertagen mit dem langen Wochenende Dein persönliches Retreat. Du hast von Freitag bis Montag Zeit und somit die Chance Deinem Körper vier Tage etwas Gutes zu tun.

Da es letzte Woche um die Liebe und Selbstliebe ging, wäre dies ein idealer Auftakt.

Ablauf Yoga Ostern:

Morgens:

Bevor Du aufstehst strecke Dich wirklich ausgiebig und bleibe mit offenen Augen einige Augenblicke liegen. Es gibt Untersuchungen die belegen, dass man positiver in den Tag startet, wenn man morgens in Ruhe und mit etwas Zeit nur für sich startet.

Gerade jetzt im Frühling braucht der Körper Deine Unterstützung um mit dem Wetter klar zu kommen. Wechselduschen, Luffahandschuh und Massagen – alles was den Kreislauf etwas pusht und auch der Haut hilft den Winter abzuschütteln.

Ein Tipp aus dem Ayurveda: Gutes Sesamöl ist die Basis aller Massageöle in Indien. Das feste Öl hat die Eigenschaft wirklich tief ins Gewebe zu dringen und dort Schadstoffe zu binden und zu eleminieren. Massiere morgens Deine Füße jeweils fünf Minuten mit gutem Sesamöl und spüle sie mit lauwarmen Wasser wieder ab.

Bevor Du übst:

Trinke gekochtes lauwarmes Wasser, gern mit Ingwer. Du kannst es auch schon abends vorbereiten, wenn Du niemanden zu Hause stören möchtest.

Deine Zeit:

Setze Dich dann mit einer Kerze (Teelicht) vor Dir hin, wo Du für ca. 15 Minuten Deine Ruhe hast. Sei sicher, dass Dir warm genug ist.

Trataka (Meditation auf das dritte Auge) ist eine Reinigungs/ Meditationsübung. Schließe erst für einige Augenblicke die Auge und beobachte Deinen Atem. Dann öffne sanft die Augen und schauen in die Flamme der Kerze. Versuche die Augen die ganze Zeit geöffnet zu halten, nicht zu blinzeln. Die Augen werden beginnen zu brennen und zu tränen. Dann kannst Du sie immer mal wieder schließen und sanft erneut öffnen. Versuche die Abstände etwas hinauszuzögern.

Nach etwa 5-10 Minuten schließt Du die Augen und visualisierst nur noch die Flamme. Wenn Tränen fließen, lass sie laufen. Trataka reinigt Deinen Blick und hilft Dir, klarer zu sehen.

Danach legst Du Dich kurz flach auf den Rücken. Atme tief in den Bauch ein und aus. Beginne dann mit einer Bauchübung Deiner Wahl, egal welche. Versuche für einige Minuten Deinen Bauch anzuheizen und damit Deine Körpermitte. Hier sitzt viel Energie und die Konzentration auf den Bauch schult auch Dein Bauchgefühl, Deine Intuition.

Mit tiefer Atmung und einem „warmen Bauch“ beginnst Du sanft Deine Sonnengrüße. Beginne achtsam und ruhig den Körper zu bewegen, da er sich vielleicht durch wenig Schlaf oder ungewohnte Umgebung anders anfühlen kann als zu Hause.

Mit der Wärme im Körper wird auch die Atmung wieder tiefer und Du kannst vielleicht ein paar Hüftöffner dazunehmen. Hüftöffner lösen das Gewebe um den Kern Deines Körpers, sehr oft lösen sich auch hier wieder Emotionen – egal was hochkommt, lass es gut sein und beobachte es nur. Die Taube ist ein klassischer Hüftöffner, den man auch gut zu Hause üben kann. Dazu kommst Du in den Hund und schwingst ein Bein leicht angewinkelt nach vorn. Das hintere Bein ist gut nach unten zum Boden ausgerichtet. Versuche Dich jetzt zuerst ganz lang zu strecken, so dass Du bereits ein Dehnung spürst. Wenn Du magst lehne Dich dann sanft nach vorn, vielleicht mit der Stirn zum Boden. Versuche hier für mindestens 10 Atemzüge zu bleiben und ruhig zu atmen.

Schließe Deine Praxis mit einer Umkehrhaltung (bitte nicht Üben, wenn Du Deine Tage hast, stark erkältet bist oder Bluthochdruck hast): Schulterstand, Pflug oder Kopfstand wenn Du geübt darin bist.

Dein Körper kann hier noch mal einiges abgeben und das Lymphsystem wird in seiner Arbeit unterstützt.

Für Savasana legst Du Dich gut zugedeckt auf den Boden und versuchst wieder 5-10 Minuten zu ruhen. Beobachte Deinen Körper dabei ohne in den Gedanken abzuschweifen. Mein Tipp: Höre ein ruhiges Lied, für die Dauer von Savasana, dann brauchst Du Dich nicht um die Zeit sorgen.

Nach Savasana sind hoffentlich noch nicht alle im Haus wach, so dass Du noch einmal vor die Tür gehen kannst und am besten im Garten oder aber am offenen Fenster einige Minuten frische Luft atmen kannst.

Dann kann der Tag kommen. Vielleicht hast Du Lust, Dir auch über die Nahrung etwas Gutes zu tun. Das klappt auch an den Feiertagen :)

Versuche soviel Du kannst zu trinken. Meide so gut es geht Alkohol und Zucker. Am einfachsten ist immer wieder der Tipp: Verstehst Du alle Zutaten auf der Inhaltsliste? Wenn nicht lass es. Wenn es ein Labor braucht, um Dein Essen zu machen, braucht Dein Körper ein Labor um es zu verdauen.

Einfache und gute Lebensmittel – dann kann es auch der frische Kuchen sein, wenn die Zutaten frisch sind.

Abends kannst Du vor dem Schlafengehen noch Deiner Haut viel Gutes tun und Masken und Seren auftragen, damit Du sie unterstüzt in ihrer Arbeit.

Ein wenig Zeit für Dich am Morgen. Viel Zeit an der frischen Luft und mit der Familie. Viel Schlaf und gutes Essen.

In vier Tagen ist Dein Körper frisch und erholt und jeder wird Dich im Büro um Deinen Retreat Glow beneiden :)

*Happy Yogi EASTER*

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Right here – right now

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Ich liebe Badewannen – ich liebe es hier zu liegen, das Wasser zu spüren und die Wärme. Die Badewanne idt magisch, denn wenn ich dusche, kann ich danach sofort wieder weitermachen mit dem Alltag. Beim Baden ist es anders, der ganze Abend ist anders, wenn ich bade… ruhiger, langsamer und bedachter.

Gerade verlässt das Wasser wieder die Wanne und fliesst ab. Normalerweise steige ich dann schnell raus, dusche mich ab und will aus dem Bad. Heute ist es schwerer.

Es liegt ein Zauber in der Zeit vor dem Jahreswechsel.

 If you practice six days a week you are more likely to feel the pain or purification and learn the mental state needed to stay through the often uncomfortable healing phase. In Sanskrit the word for this type of endurance through challenging situations is “tapas” which literally means heat, but can be understood as the acceptance of pain that leads to purification. Practicing six days a week accelerates the rate at which pains that purify weakness and stiffness arrive and therefore also accelerates the rate at which the purified result of more strength and flexibility both in the body and mind also arrive.

On many of my trips to Mysore students would often share their elaborate stories of discomfort with Guruji and the majority of the time he would say “Pain good.” The second book of the yoga sutras begins with an axiom that defines a key element of yoga practice as accepting pain as help for purification, tapas. The only way that the inner fire of purification works is if you learn to stay in it and not run away. The natural human response to pain is fear, avoidance and denial, yet yoga uses pain as a method of awakening. By learning to accept pain within the safe space of yoga you learn to create a pause between the stimulus of pain and the response in your body and mind that wants to run away. In that powerful pause you are able to choose your course of action instead of being driven by reactionary patterns from the past. The store of accumulated reactionary patterns amount to what is called in Sanskrit the samskaras and these set ways of being, reacting and running create the negative karma that adversely affects our lives. If you are truly to use the yoga practice to whittle away at the store of negative karma and behavioral patterns then to practice as often as possible is a mandatory minimum requirement.

Flow For Africa

Commitment – seid ihr mit mir?

Es ist ja so eine Sache mit Zielen und klaren Ergebnissen, an denen man arbeitet. Man hat im besten Fall im Job eine To Do Liste. Diese wird auch beständig schön beschäftigt gehalten. Aus dem Büro auf die Matte und Haken dran an den Tag…Innerhalb der letzten, oft extrem herausfordernden Monate, habe ich mich dabei ertappt, wie ich mich mit meinem Yoga herrlich „geparkt“ habe. Ja, ich war immer schön üben, ja ich stehe morgens unverschämt früh auf und es macht mir nichts aus, mich nach 12 Stunden Büro auf die Matte zu bewegen. Aber, ich habe mich geparkt. Aufgaben hin und wieder zurück geschoben, meine eigene Ruhe vor mir her geschoben und auch mich, trotzdem da ja neben mir auf meiner Matte NIEMAND ist, hab ich auch mich immer schön „verdrängt.“ Warum mir das aufgefallen ist? Im Workshop bei Lance Schuler wurde er nicht müde beständig zu wiederholen: „Don´t save yourself for anyone here in this class!“ Manchmal aber auch:“…in this Life!“ Was eine schöne Dramatik in sich trägt. Wenn man das über Tage hört macht es vielleicht KLICK – ja warum denn eigentlich nicht?

Mehr Handstand – tiefer in den Twist und die Hüften, also wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin, geht da auch noch was…Und nach drei oder vier Tagen war ich abends an einem Punkt, der mir aufzeigte, dass ich gerade nichts anderes tue, als zu warten. Ich sitze herum und bin aufgrund einer Fülle von Ereignissen der letzten Monate erstarrt und schiebe mich so vor mir her – eingehüllt in den Yoga Cocoon. Ehrlich? Ein Scheiss Gefühl und wie daraus kommen, wenn die Tatsache, dass sich um einen herum nichts geändert hat die gleiche bleibt? Commitment – Zusage, Beständigkeit, Fokus, Einsatz, bindende Verpflichtung mit einem Selbst. Ich commite mich sehr gern und bin die erste die JAAA schreit, wenn es um Zusagen geht. Aber ich habe mich aufgespart und geparkt für ein Vakuum an Leben. Kein Commitment mit mir bedeutet auch, kein Ziel, bedeutet auch ein dahin plätschern in der Comfort Zone, die so eng ist, dass mir das Atmen schwer fiel innerhalb der letzten Monate. Also Herz auf – Schreien – und Schweiss, Angst und alte Muster auf der Matte lassen. Ich habe jetzt einen Vertrag mit mir: Der Herbst 2011, es laufen noch knapp drei Monate des Jahres und die werden meine. Durch einen lustigen Zufall bin ich bereits im Sommer eine Wette eingegangen (scheinbar war das der Wake-Up Call für das Commitment) und werde drei Monate kein Fleisch und keinen Alkohol trinken (dazu dann mehr, wenn die Zeit rum ist). Und unter anderem auch dadurch wird wieder klar, was wir alle wissen: Wenn du es nicht tust, tut es keiner!

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Ich commite mich mit mir: Mehr Einsatz auf der Matte oder es ehrlich bleiben lassen, wenn da heute nichts zu holen ist (daher geht es jetzt mal wieder zum Ashtanga 2-3 Mal die Woche) – Entscheidungen einfach treffen, nicht schieben – Steuern abhaken, wenn sie auf dem Tisch sind, sich nicht aufsparen. Mein Leben ist jetzt und ich bin hier – Leider nicht auf Maui und leider nicht mit dem Millionär verheiratet, der mich mal so eben um die Welt reisen lässt. Das ist alles sehr schade und ich könnte, da jetzt einfach noch ne Runde drauf warten. Aber es bleibt alles, was ich habe und daraus mache ich jetzt das Beste  – Commitment, das macht zufrieden – denn wenn ich es nicht tue, wird da keiner stehen und applaudieren. Die ersten Tage sind schon rum und ich bin wacher und klarer und bin vor allem wieder mehr bei mir. Versuch es mal, es gibt immer etwas was einen nervt – FACE IT und dann Commitment – Mein Lieblingszitat von der Tür meines Kinderzimmers ist heute noch: Change it, love it or leave it…Und wenn der Arschtritt dazu von einem Australier kommt, den man dafür bezahlt, dass er einem einen unsäglichen Muskelkater verpasst! Me myself and I haben verstanden und sammeln sich nun mal für einen spannenden Herbst! Don´t save yourself!

 

detox

 

Gestern hatte ich meinen ersten Workshop für dieses Jahr.

2,5 Stunden Detox. Der yogaraum Hamburg ist eine großartige Location für längere Stunden oder Workshops, weil die Atmosphäre einfach herrlich ruhig und entspannt ist.

Die Teilnehmer waren unglaublich interessiert und es freut mich wahnsinnig, dass auch Yogalehrer immer wieder bei meinen Workshops sind.

Das Thema Detox wird wohl in diesem Jahr noch öfter auf mich zukommen, da das Interesse so groß war.

Obwohl man als Yogi natürlich gewohnt ist auf sich zu achten, sich bewusst ernährt und eine regelmäßige Praxis auch zu einem gesunden Körper führt, finde ich es wichtig, dass wir uns von Zeit zu Zeit unserer Gewohnheiten bewusst werden.

Der Fokus des Workshops lag daher auch weniger auf der Ernährung, als auf dem Zusammenhang zwischen den Gedanken, dem bewussteren Konsum von Kosmetik und Zusatzstoffen und dem Gefühl für seine Nahrung.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Theman Detox viele deswegen so anspricht, weil sie darüber den Zugang zu sich finden und spüren, dass sie selbst wirklich Einfluss auf ihre Emotionen, ihr Wohlbefinden und auch ihr Auftreten nach Außen nehmen können.

Die modernen Stadt Yogis suchen immer nach Wegen, nicht in den Strudel der Stadt gezogen zu werden.

Das Chaos zwischen Stress, Fast Food und Konsum :)

Detox als umfassendes Programm schult jeden egal wo wieder etwas mehr auf sich zu achten.

Was esse ich? Wenn ich nicht mal die Inhaltsstoffe meiner Pizza aussprechen kann, warum sollte mein Körper diese dann verwerten können?

Was creme ich? So schön zarte Haut auch ist, wenn ich nicht weiß, warum die Öle oder Weichmacher in Duschgels oder Lotions sind, warum sollte sie meine Haut dann aufnehmen können?

Was denke ich? Wenn ich mich meinen Gedanken hilflos ausgeliefert fühle, warum sollten meine Emotionen dann kontrollierbar sein?

In den 2,5 Stunden haben wir gemeinsam neben einer intensiven Flow Sequenz erarbeitet, wie man das Bewusstsein mit kleinen Schritten schärft.

Wach bleiben, aufmerksam bleiben auf sich achten in jedem Moment – das sind auch Elemente des Ashtanga Pfades. 

Daher kann man sagen was man möchte, Detox ist vielleicht ein modernes und fast überstrapaziertes Wort – aber es hat seine Berechtigung in der Yoga Praxis, um zu wachsen.

Ich freue mich auf das spannende 2011