Und manchmal geht nur „semi-optimal“

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Ungerecht. Zickig. Unfair. Egoistisch. Nicht mitfühlend. Ich bezogen.

Ja, ist das Yoga? Das schlimmste Ungeheuer im Spiegel, was ich nie erhoffte anzutreffen, erwacht und macht sich gerade selbstständig auf Pilgerreise, um alle Lieben um mich herum zu erschrecken!

Swantje, bist Du da? Komm raus!

Mein Freund ruft die letzten Tage öfter mal nach mir, aber ich höre nur verhalten und leise eine Stimme, die nicht zuzuordnen ist. Nee, ich war nicht zu gebrauchen die letzten Tage.

Neuer Job, neue Verantwortungen, Wohnungen suchen, Geld Sorgen, gepaart mit üblen Rückenschmerzen und einem Sommer, der nicht in Schwung kommt – das Dilemma war vorprogrammiert. Und Schuld sind die anderen…Nichts gegen meine Mutter, aber ich hörte mich mehr als einmal Sätze sagen von denen ich nicht dachte, dass ich sie nie sagen würde: „Oh, warum ist das noch nicht fertig?“ „Nie machst du das!“ „So kann das noch Stunden dauern.“ Alles immer schön unterlegt mit einem Schnaufen und Augenrollen, wie es nur von Frauen kommt, die mit sich nicht im Reinen sind.

Was war los? Yoga, HALLO ich sitze doch auf der Matte – zauber doch mal, das klappt doch sonst immer. Was ist denn los? Leitung defekt?

Yoga hat eine tolle Eigenschaft. Du kannst Dich nicht selbst bescheissen. Ich saß also auf meiner Matte und dachte: „Was muß ich tun, dass meine Laune wieder besser wird?“ LASS LOSS ENTSPANN DICH …blabla es gibt Phasen da hilft das nicht. Yoga bringt mich immer wieder zu mir und das war der Schlüsselmoment. So sehr ich auch versuchte dagegen anzugehen: Es war gerade nun mal semi optimal. Mein Yoga war da. Ich übte einfach weiter, es muß an dieser Stelle nicht erwähnt werden, dass das natürlich auch  nicht zufriedenstellend war!

Ich öffnete also heute früh nach Savasana die Augen und dachte: Gut, dass bist Du das eben gerade. Unausstehlich, eklig und egoistisch. Nicht schön, aber Cellulite will auch niemand und man arrangiert sich damit. Mit Übellaunigkeit kann ich mich dann eben auch mal arrangieren.

„Schatz sorry, so ist es eben gerade! Ich bin gestresst, häßlich egoistisch und habe das Gefühl keinem gerecht zu werden und nichts zu schaffen. Es tut mir leid, wenn du darunter leidest, aber leider ist es so gerade.“

Bah, wie ätzend ich mich fand. Ich, die immer lächelnde und optimistische kleine Yogamaus ein Diven Yogi!

Aber der Bann war gebrochen! Es war wie ein Händeklatschen, was eine andere Energie in den Raum bringt. So bin ich gerade. Ich akzeptiere mich so. Ich finde es nicht toll, aber ich nehme es an. Das waren die Zauberworte und alles war weg.

Der Job war wichtig, aber nichts war so wichtig, dass ich mir davon die Laune verderben lassen sollte.

Die Sorgen waren noch da, aber es geht immer mal auf und ab.

Ich akzeptiere mich und dann sind die anderen auch wieder da!

Aufmerksam, statt irrtiert. Mitfühlend, statt auch genervt.

Yoga hilft, nicht immer sofort. Nicht immer so, wie Du es vielleicht gerade haben willst. Yoga macht wach und lässt Dich sehen, nicht schön, aber ECHT!

YOU ARE BEAUTIFUL!

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Home is where my mat is – Create a global Sangha

Das erste Mal bemerkte ich es auf Mallorca. Es war Oktober – Regen, viel zu kalt und ich hatte kein Hotelzimmer mehr, wegen der nahenden Winterpause. Ich besuchte eine Yoga Stunde bei Elena, auf Spanisch. Ich verstand kein Wort, aber ich tat mein Bestes um meinen Flow zu bekommen – meinen Fokus, meine Atmung…schließlich musste ich noch sechs Wochen hier arbeiten und kannte die Leute kaum, bei denen ich nun die nächsten Wochen wohnte. KLICK! Ein Gefühl von zu Hause auf meiner Matte war da, in Bruchteilen von Sekunden: mal ein Krieger,  mal ein Atemzug, mal zu wissen welche Sequenz folgt, obwohl ich kein Spanisch verstand.

Dann auf Maui – Geckos an den Wänden und ein Klima, wie Bikram Yoga und das über fünf Stunden am Tag. Natürlich verstehe ich englisch, aber ich kannte niemanden um mich herum, war gejetlagt nach 24 Stunden Anreise und völlig hinten drüber. KLICK! Ein Atemzug und ein OM, ein Kopfstand am anderen Ende der Welt und ich war zu Hause auf meiner Matte..

Los Angeles: Bryan Kest´s Stimme surrt um einen im Einklang mit den Deckenflügeln, welche die schwitzige Luft weiter verteilen. Um mich Models, Schauspieler und Yogis aus dem Bilderbuch amerikanischer Journals. Ich war fest entschlossen auszuwandern und war so knapp davor LA als meine Heimat zu verstehen: KLICK! Savasana, zu Hause.

Gestern war ich in Köln und ich besuchte meine Yoga Schule, wo meine Wurzeln sind, im Rahmen eines Geschäftstermines. Ich stieg die Treppen hinauf in das mittlerweile zweite Studio von Amy, Nicole und Frank und hörte Amy mit ihrer schönen Stimme im Büro vor sich her singen. KLICK: HOME…Die Stunde war eine Level 1 Stunde am Dienstag Morgen in Köln – nichts außergewöhnliches, aber ich war zu Hause. Ich war perfekt ausgestattet für eines der wichtigsten Meetings in diesem Jahr, dank meiner Yogastunde und diesem Gefühl, welches Ziel sicher anklopft, wenn ich wieder mal unterwegs bin: ZU HAUSE!

Man braucht das Gefühl: Auf Reisen um so mehr und auch, wenn man in seiner Stadt ist. Die Welt ist zu schnell, so schnell, dass wir manchmal nicht mal in unseren vier Wänden und ganz schlimm, manche nicht mal in ihrem Körper zu Hause sind. Es ist das wichtigste Gefühl; es ist essentiell für Yoga Lehrer zu Hause zu sein, egal wo sie sind. Es ist eine Grundvorraussetzung für ein harmonisches Miteinander, dass man zu Hause (als Begriff von Wohlfühlen, entspannt, zufrieden) bei sich ist.

Suche nicht, ob du ständig etwas besseres findest, sondern versuche anzukommen bei dir. Egal wo du bist und wer gerade um dich ist. Vielleicht brauchst du dafür deine Yogamatte, deinen Lieblingspullover oder eine bestimmte Musik – kultiviere ein Gefühl von zu Hause, um gut zu dir zu sein und auch dann anderen ein gutes Gefühl zu geben.

Für genau dieses Gefühl liebe ich es in jeder Stadt in der ich bin, in die Yoga Schulen zu gehen und einfach eine Stunde mitzumachen. Man ist sofort Teil der Community dort: Der Sangha.

Eine wunderschöne Verbindung schaffen Jana und die Cityyoga Crew aus Berlin, wo ich an diesem Wochenende meine „Home is where your Mat is“ Suche untermauern werde: Unter dem Motto: Explore new places, make new friends and expands your Yoga gibt es den ersten Nomaden Yoga Gathering:

Anfang diesen Jahres entstand auf einem Anusara Retreat in Costa Rica eines der jüngsten und kreativsten Konzepte der Yoga Neuzeit. 

Die besten Yoga Lehrer aus europäischen Städten organisieren einen Wochenendtrip in eine ausgewählte Stadt, und bringen ihre Schüler gleich mit. Vor Ort werden die traveling Yogi Nomads von Yogis aus der gastgebenden Stadt untergebracht. So haben die Gäste die Chance, auf authentische Weise die Stadt kennenzulernen, neue Freundschaften zu schliessen, ihr Yoganetzwerk zu erweitern, und viele spielerische Yoga-Sessions mit anderen begeisterten Yogis aus ganz Europa zu geniessen. 

Am Wochenende des 15./16. Oktober findet dieses Gathering zum ersten Mal statt – und gastgebende Stadt ist Berlin! Neben einem 3-stündigen Workshop im YogaRaumBerlin finden in diesem Rahmen diverse Guerrilla Style Yoga Sessions der teilnehmenden Lehrer bei City Yoga statt. Alle Fragen dazu beantwortet Euch Jana: jana@jnanaprojects.com

Es würde mich sehr freuen, wenn ihr dieses schöne Projekt unterstützt und mit eurer Couch oder eurer Energie auf der Matte. Denn zu Hause ist überall…auf deiner Matte

 

detox

 

Gestern hatte ich meinen ersten Workshop für dieses Jahr.

2,5 Stunden Detox. Der yogaraum Hamburg ist eine großartige Location für längere Stunden oder Workshops, weil die Atmosphäre einfach herrlich ruhig und entspannt ist.

Die Teilnehmer waren unglaublich interessiert und es freut mich wahnsinnig, dass auch Yogalehrer immer wieder bei meinen Workshops sind.

Das Thema Detox wird wohl in diesem Jahr noch öfter auf mich zukommen, da das Interesse so groß war.

Obwohl man als Yogi natürlich gewohnt ist auf sich zu achten, sich bewusst ernährt und eine regelmäßige Praxis auch zu einem gesunden Körper führt, finde ich es wichtig, dass wir uns von Zeit zu Zeit unserer Gewohnheiten bewusst werden.

Der Fokus des Workshops lag daher auch weniger auf der Ernährung, als auf dem Zusammenhang zwischen den Gedanken, dem bewussteren Konsum von Kosmetik und Zusatzstoffen und dem Gefühl für seine Nahrung.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Theman Detox viele deswegen so anspricht, weil sie darüber den Zugang zu sich finden und spüren, dass sie selbst wirklich Einfluss auf ihre Emotionen, ihr Wohlbefinden und auch ihr Auftreten nach Außen nehmen können.

Die modernen Stadt Yogis suchen immer nach Wegen, nicht in den Strudel der Stadt gezogen zu werden.

Das Chaos zwischen Stress, Fast Food und Konsum :)

Detox als umfassendes Programm schult jeden egal wo wieder etwas mehr auf sich zu achten.

Was esse ich? Wenn ich nicht mal die Inhaltsstoffe meiner Pizza aussprechen kann, warum sollte mein Körper diese dann verwerten können?

Was creme ich? So schön zarte Haut auch ist, wenn ich nicht weiß, warum die Öle oder Weichmacher in Duschgels oder Lotions sind, warum sollte sie meine Haut dann aufnehmen können?

Was denke ich? Wenn ich mich meinen Gedanken hilflos ausgeliefert fühle, warum sollten meine Emotionen dann kontrollierbar sein?

In den 2,5 Stunden haben wir gemeinsam neben einer intensiven Flow Sequenz erarbeitet, wie man das Bewusstsein mit kleinen Schritten schärft.

Wach bleiben, aufmerksam bleiben auf sich achten in jedem Moment – das sind auch Elemente des Ashtanga Pfades. 

Daher kann man sagen was man möchte, Detox ist vielleicht ein modernes und fast überstrapaziertes Wort – aber es hat seine Berechtigung in der Yoga Praxis, um zu wachsen.

Ich freue mich auf das spannende 2011