Shanti – oder warum geht Glück über Frieden

Warum steht das Recht auf Frieden eigentlich nirgends in einem Gesetz?

Dass man sich darum bemühen möchte ist ja schon mal ganz nett. Aber wie bitte soll das denn klappen, wenn einem auf dem Weg dahin immer was Besseres in den Weg kommt?

Keine Regierung schafft es Frieden so durchzusetzen, dass man da nicht dauernd drüber diskutieren müßte. Selbst wir hier, seit 50 Jahren in Frieden, können mit unseren Nachbarn im Unfrieden streiten und vor Gericht ziehen. Das ist jetzt nicht gleich Krieg, aber doch relativ verwunderlich, dass sich da niemand drum bemüht uns mal moralisch die Ohren so lang zu ziehen, dass wir verstehen: Frieden bringt Glück und Freiheit und das steht jedem ja wohl zu.

Der 22.09.2012 ist der UN Weltfriedenstag und morgen werden weltweit Yogastudios den ganzen Tag lang üben und damit zeigen, dass es überall noch ein wenig friedlicher sein könnte.

Das Bild oben aus dem Weltraum muß gigantisch sein. Seit Jahren treibt mir die Vorstellung von Milliarden Yoga Matten und einem globalen „Shanti“ eine Gänsehaut auf den Körper. Dabei hab ich es sonst gar nicht so mit Yoga Massen Veranstaltungen…

Gern grätscht meine Mutter dann mit ihrer recht pragmatischen Art dazwischen und fragt dann so banal wie möglich: „Ach, interessant und was macht das dann?“ Und das ist ihr Ernst…Sie und viele andere sehen nicht, was Du siehst, was morgen Milliarden andere fühlen und was ein Zeichen sein wird.

Es geht um das TUN und SEIN und nicht nur um das MÜSSTE MAL – und ich bin ehrlich: Wenn es darum geht, was man und alle anderen mal müßten und sollten bin ich die Erste und kann große Reden schwingen. Aber Yoga zwingt Dich auf Deine Matte und macht Dich unweigerlich feinfühliger und sensibler für alles um Dich herum: NO WAY OUT! Frieden ist ein großes Wort, aber wenn morgen dann schon mal 30 grenzdebil grinsende Hamburger durch die Schanze strahlen und sich lachend über streitende Parkplatz Krieger erfreuen, statt mit zu kämpfen oder mit dem Yoga Glow im Gesicht jemanden anrufen, den sie schon lange mal wieder sprechen wollten, dann haben wir doch schon mal viel gewonnen. Stellen wir uns mal vor, das würden einfach alle tun. 90 Minuten auf der Matte sitzen und jeden verdammten Liegestütz für den Frieden schwitzen. Jeden Atemzug für nur 90 Minuten einmal im Jahr für ein Kind atmen, dass gerade irgendwo völllig desillisioniert in einem Lager sitzt und die Welt nicht mehr begreift. Jedes Rad mit offenem Herzen für mehr Mitgefühl schwingen…nur einmal im Jahr: Ich glaube, wir würden mehr verstehen.

Ich glaube, wir würden offener werden für Sorgen der anderen

Ich glaube, wir könnten einander wieder offener begegnen.

Ich glaube, wir würden gemeinsam wieder glauben können.

Ich glaube, wir würden zusammen wieder Ziele verfolgen.

Morgen ist ein guter Anfang, wo immer Du bist. Egal, was noch alles so ansteht – egal was da wieder mal nicht so gut passt. Der Tag könnte ein Tag wie Weihnachten werden:

Immer wieder viel zu früh im Jahr und dann doch wunderschön, mit dem Läuten der Glocken, mit dem Schimmer, dem Glow und dem Lachen…

SHANTI HELL YES!!!

Join me: Ich unterrichte morgen im Yogaraum Hamburg 108 Minuten und spende alle Einnahmen an die Flüchtlingslager vor Syrien! yogaraum-hamburg 10-12 Uhr – all Levels welcome!

Worum geht es hier eigentlich?

Erleuchtung? Fast jede Stunde enthält dieses Wort. Auch wenn es nur ein ironisches „hier soll es nicht zur Erleuchtung, sondern nur um dich gehen“ Sätzchen ist, was eingebaut wird.

Erleuchtung und alle hören aufmerksam zu – Ja, das wäre was, oder?

Ich sitze oftmals auf der Matte und frage mich: Worum geht es hier eigentlich? Ich ertappe mich dabei, wie ich beginne zu urteilen: Das ist doch kein Yoga! Sollte diese Dame für die Erleuchtung den ganzen Yoga Chichi brauchen, wie hat Buddha das bitte dann geschafft? Wenn die so weiter lästert, dann wird das mit der Erleuchtung auch nichts! OHHHH ich lästere ja auch, im Kopf, auf meiner Matte und fühle mich grausam. Seit Jahren habe ich so viele unterschiedliche Menschen kennen lernen dürfen. Jeder von ihnen hat sein ganz eigenes Verständnis von Yoga und jeder bringt immer etwas mit. Vieles schön, manches irritierend und alles immer hilfreich auf dem Weg…wohin auch immer dich dein Yoga bringen soll.

Als ich dann etwas verloren in den Schriften las wurde mir bewusst, warum ich Yoga so liebe und es mich dann auch manchmal so nerven kann 😉

Du, ich, jeder bringt immer sein eigenes Verständis von Yoga auf die Matte. Jeder mit seiner Geschichte, jeder mit seinen Erfahrungen und seiner Fähigkeit die Komfortzone verlassen zu können oder eben auch nicht. Nichts bleibt und alles bewegt sich und auch die Yogis verändern sich über die Zeit. Warum ich Yoga dann manchmal nervig finde? Ist wie bei der eigenen Familie, die immer genau den Punkt findet, der andere aufregen kann oder die man nicht hören will und doch schon vor dem Kaffee morgens serviert bekommt.

Was Yoga ist? Das, was du willst, was es ist. Yoga ist das, was du zu diesem Zeitpunkt ertragen kannst. Nicht dein Kopf, dein Ego, sondern deine Seele.

Yoga ist alles – und es ist unsere Aufgabe die Gemeinschaft zusammenzuhalten. Denn Erleuchtung ist für den Arsch, wenn du in der Höhle alleine sitzt und nichts teilen kannst.

Es sei denn, du brauchst es für dein Ego – dann solltest du aber noch mal wieder von vorn anfangen.

Nach diesem Abend habe ich meine Definition von Yoga etwas gröber geschliffen. Die Sangha, die Gemeinschaft von uns allen und diesen Respekt zu haben vor jedem einzelnen, wie auch immer er übt, was er auch immer übt und zu jeder Zeit sanftmütig zu sein, das ist Yoga. Und ich sage euch eins: Vergesst die Krähe, der Handstand und alles andere! Die wahre Asana steht an der Kasse vor euch im Supermarkt, oder klaut dir gerade den Parktplatz vor der Nase weg oder lässt dich auf genau deine Art gerade spüren, dass wir alle auf dem Weg sind..und das ist wunderbar so.

The essence of every moment can change us forever, when we truly and honestly encounter what´s happening

Friday Goodie: Ich versuche ab jetzt in loser Reihenfolge euch für einige der tollen Projekt zu begeistern, auf die ich täglich stoße. Freitags bietet sich als ALOHA FRIDAY dafür ja prima an, daher hier und heute: rave and lily – Ein Schmucklabel, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Frauen in armen Ländern zu unterstützen. Sie geben den Frauen wieder ein Stück Lebensqualität, indem sie ihnen Arbeitsbedingungen bieten, die langfristig die Versorgung ihrer Familie sichern. Außerdem nutzt rave und lily keine Ressourcen des Landes, sondern zum Teil alte Waffen und Dinge, die in den Ländern aus Brügerkriegen etc. einfach übrig geblieben sind. GET INSPIRED!

India4