*Wie es sich gehört*

Warum alles so kommt, wann es soll.
Anfang, Mitte, Ende – es ist einfach – so läuft es nun mal. Der Anfang ist schimmernd, hell und immer schwebt etwas von Leichtigkeit und Eroberung in der Luft. Die Mitte ist etwas grau, sie kann nichts dafür aber tut auch nichts dagegen, dass man eigentlich schon lachend in die Kreissäge rennt. Die Mitte ist etwas träge und passiv.

Das Ende ist dann wieder scharf und klar, aber leider eben schwarz und hart. Das Ende ist aber immer ehrlich und öffnet Augen.

 

Hallo Körper, hörst Du mich?

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Du hast es weit gebracht! Ich bin stolz auf Dich. Du bist für mich durchs Feuer gelaufen und hast mit mir im Dschungel geschlafen. Du hast mich nicht verlassen, als ich dachte es bleibt keiner mehr und bist auch immer der Letzte auf meinen Partys: ABER die letzten 100 Meter, also wenn eigentlich alles erledigt ist, dann streikst Du. Du weichst mir aus, gerade wenn ich dachte, Dich verstanden zu haben. Seit Jahren versuche ich, mich Dir achtsam und mit viel Aufmerksamkeit zu nähern. Was haben wir nicht schon für skurille Sachen gemeinsam erlebt, alles um des besseren Miteinanders Willen. Man könnte sagen wir führen eine wilde Affäre, die sich ganz langsam in eine sehr harmonische und liebevolle Beziehung entwickeln wird, wenn wir aufeinander aufpassen. Meine Freunde nennen Dich einen sehr liebevollen und starken Partner. Meine Eltern allerdings sind sich da nicht so sicher, für sie gilt immer noch ein anderes Gesetz. Meine Eltern trauen noch lieber anderen, als sich und ihrem Gefühl. Die Zeit war damals noch anders – wir sehen es ihnen nach, wenn sie kopfschüttelnd meine Erklärungen hören, warum Du mir gerade wieder ein wenig distanziert vorkommst.

Körper – ich danke Dir dennoch. Du hast es schließlich geschafft mich so werden zu lassen, wie ich bin.

Yoga leistet einen grandiosen Beitrag. Einen Beitrag dazu, Dich immer besser verstehen zu können und vorallem, darauf zu vertrauen, dass Du das Richtige tun wirst. Es lehrt mich, dass Du eigentlich nur Heilung als Ziel hast. Jede Zelle von Dir möchte Dich und mich zusammenbringen. Dafür gibst Du echt alles! Manchmal zweifel ich ja wirklich ein wenig, ob Du Dir da immer so sicher bist, was Du da tust. Dann wiederum denke ich: “ Wer bist du mit deinen 32 Jahren dich hier einzumischen, in diese Arbeit?“ Aktuell also liegst Du hier seit Tagen im Bett, nach einer schönen Reise und ich fühle mich elend. Aber unaufhörlich kämpfst Du wie eine Löwenmutter und ich habe es nach dem dritten Tag aufgegeben mich dagegen zu stellen: Ich lass Dich machen. Du hörst eh nicht auf, bis Du fertig bist. Als ich das realisiere durchdringt mich eine unfassbar schöne Stille. Eine Ruhe, die nicht nach Antworten suchen muss und eine Stille, die Raum lässt für Heilung.

Die letzten Tage habe ich viel über Dich nachgedacht und recherchiert. Körperbewusstsein und Liebe. Heilung und Vertrauen. Es klingt natürlich herrlich spirituell und ja das ist es: Spirituell in seiner ursprünglichen Form heisst: Geist, Sein, Atmen – und was will ich denn bitte, wenn ich ein Bewusstsein für meinen Körper haben will. Atmen, Sein und einen Kontakt zu dem hinter Haut, Muskeln und Gewebe entdecken! Also atme ich – ich liege im Bett und alles was ich tue ist atmen. Hallo Körper, hörst Du mich? Ich wäre jetzt hier und durchaus in der Lage mich Dir zu nähern. Viele Studien besagen, dass ein Körperbewusstsein erst durch Selbstliebe entstehen kann. Damit ist kein egozentrisches Außenwirken wollen gemeint. Selbstliebe soll vielmehr ein Grundstein sein. Jeden Morgen aufzuwachen und dankbar zu sein, dass man da ist – erstmal so, wie man ist. Liebe ist also für die Spiritualität besonders wichtig und sie fängt bei mir und Dir an. Das Problem ist natürlich ziemlich offensichtlich, dass die letzten Jahre nicht wirklich was für unsere Beziehung getan haben. Medien, Internet und Ökonomie treiben das Außen in den Vordergrund und wir beide, wie auch alle anderen haben es unglaublich schwer sich überhaupt zu verständigen, wenn es doch außen so viele Sachen zuerst zu erledigen gibt. Aber die Zeit ist jetzt vorbei. Irgendwie wird es stiller, das Außen scheint etwas mehr abzunehmen. Oder aber der Fokus ändert sich. Nur weil 50 Filme an einem Abend im TV laufen, kann ich mich ja trotzdem für mein Buch entscheiden. Die bewusste Entscheidung etwas zu verändern und Dinge nicht anderen in die Schuhe zu schieben, sondern bei sich selbst anzufangen, hat einiges bewegt in den letzten Jahren. Es ist gerade ein Umbruch da und den nutzen wir alle, die das hier lesen. Es ist ein Aufwachen und hinhören. Hallo Körper, hörst Du mich? Ich atme für Dich, weil ich weiß, dass Du das gut gebrauchen kannst. Ich bin, für Dich, weil Du mich dafür sein lässt, wie ich bin.

Ja, wir beide haben durchaus gute Chancen auf ein Happy End – Ich bin 32 Jahre und Du bist schon einen verdammt langen Weg an meiner Seite. Die Zeiten werden besser und Deine Sprache verstehe ich mit den Jahren mittlerweile gut. So gut, dass ich beginnen kann nach außen zu schauen und zu entscheiden, ob wir 15 Filme oder ein Buch als Abendgestaltung betreiben. Ich lerne Dir zu vertrauen und danke Dir, dass Du so herzzereissend kämpfen kannst. Es rührt mich, dass wir beide scheinbar da sind, wo der Anfang eines neuen Weges ist. Danke Dir! Hallo Körper hörst Du mich?

Langsam ist das neue hastig * Indien Inspiration

Love yourself * Du bist das Gold

Wie ist das möglich? Besteht der Spaß am Leben jetzt doch nicht aus Geld, schönen Klamotten und dem Abo der weltweit schönsten Wellnesstempel?

Demi Moore und Victoria Beckham leiden. Ach was, sie sehen zum Kotzen aus. Verhärmt, eingefallen und einsam. Sie haben Geld, Häuser voller Haute Couture Klamotten und jedes Spa reibt sich die Hände, würden sie ihre Körper in die Hände der Masseure und Beauty Therapists begeben. Würde ich da nicht jeden Tag mit dem schlimmsten Grinsekrampf aufwachen vor Glück?

Stattdessen ereilten mich diese Woche Bilder, die mein ganzes Mitleid bedurften. Echtes aufrichtiges Mitgefühl. Ich möchte nicht zu denen gehören, die sagen: „Ach ja, der Druck in Hollywood ist ja auch schrecklich!“ Ich bin auch nicht von der Sorte: „Wer schön sein will, muß leiden!“ Sehe ich diese verschreckten Augen, so leer und so hilflos, wünsche ich den beiden, die so sinnbildlich für so unfassbar viele Frauen stehen, dass man ihnen wirklich hilft aufzuwachen. Was muß man den beiden angetan haben, dass es soweit kommen konnte? Karrierefrauen, mehrfache Mütter, irgendwie Role Models und Ehefrauen. Keine ihrer Rollen füllt sie aus. Ganz im Gegenteil, alle Rollen, alles Geld, alle Aufmerksamkeit scheint an den kleinen Körpern zu ziehen und zu zerren. Zufriedenheit? Fehlanzeige!

Die Zeit, wo die Kaffee Jacobs Krönung Light Frau aus dem Meeting ins Konzert springt und glücklich und sexy nachts ihrem Schatz in die Arme fällt sind vorbei. Es scheint mir fast so, als entwickelt sich die Gesellschaft im Westen zu einer „Lost in Enlightment“- Phase. Alle suchen, keiner findet.

Wo sind wir denn bitte falsch abgebogen, dass uns der Respekt und die Achtung des anderen verloren gegangen ist?

Leiden diese beiden, wie viele andere auch, an dem Druck als vierfache Mutter, millionenschwere Geschäftsfrau und Ehefrau daran, nicht mehr auszusehen wie ein 20 jähriges Mädchen, das schon beim Blutabnehmen weint? Wer baut solche armen Seelen wieder auf, um ihnen genau das mal zu sagen? Ihnen zu zeigen, was sie schon alles erreicht und erlebt haben?

Die buddhistische Psychologie hat eine schöne Geschichte, die ich von Jack Kornfield kenne: Es gab einen Tempel, der zu Zeiten des Krieges und zum Schutz vor Feinden völlig mit Lehm bedeckt wurde. Er sollte wie ein schmutziger alter Hügel aussehen. Nach dem Krieg geriet der Tempel in Vergessenheit und es rankten sich schöne Geschichten um den Tempel. Als Zeichen des Respektes beteten die Mönche weiterhin am Hügel. Eines Tages betete ein Mönch am Tempel und entdeckte ein Blitzen und Blinken. Sanft kratze er den Lehm zur Seite und grub sich durch die Lehmwand. Er stieß auf Gold. Der alte Tempel war der größte Schatz des Dorfes, da er damals aus purem Gold gebaut wurde. Heute strahlt dieser Tempel schöner als je zuvor und wird beschützt und verehrt.

Das Bild dahinter: In uns steckt auch dieser Tempel aus Gold, nur sehen wir es nie. Es gibt Menschen, die schaffen es durch ihre Liebe uns daran zu erinnern, dass wir aus diesem Gold bestehen. Diese Liebe ist besonders und selten, manchmal sind es Deine Eltern, die besten Freunde, Dein Mann oder Deine Frau – aber wer auch immer dieses Gold in Dir sieht, ist nur Dein Spiegel, denn Du weißt es eigentlich selbst. Vielleicht hast Du es nur mit Lehm bedeckt.

Leider werden wir hier im Westen so erzogen, die Leistung über das innere Gold zu stellen und mit der Zeit bedecken wir unser Herz mit Lehm, damit bloß keiner angreifen kann. Das macht unsicher und ängstlich.

Demi und Victoria ich wünsche euch von Herzen, dass ihr wisst: Diese goldenen Tempel seid ihr – Himmel Menschenskinder! Ihr habt es doch nicht nötig zu leiden! Jetzt mal im Ernst!

*Rise and Shine* Aloha Weekend*