TRIAS VERLAG yogakitchen

Kitchentalk: Bio Zitronen und Reis in Wolldecken

 

Zwei Profis im Kitchentalk und warum dann Milchreis in Wolldecken landet? Wie schön, wenn die Experten entspannte Gemüter sind und sich die Hitze um Superfoods und Schnick Schnack hier nicht wieder findet. Gutes Essen ist einfach. Essen und Yoga die perfekte Kombination. So einfach könnte man die Idee von Yoga Kictehn, dem neuen Buch von Nicole und Iris zusammen bringen. Yoga zeigt Deinem Körper, wie Du lernst zu akzeptieren. Yoga zeigt Dir täglich Deine Grenzen zu lieben und zu respektieren. Yoga eröffnet Dir Wege, weiter zu gehen, wenn nichts mehr geht. Ernährung ist der Motor: Je länger Du übst, umso feiner und offener wird Dein System für alles, was ihm gut und weniger gut tut. Deine persönliche, richtige Ernährung bringt Dich in Balance, beruhigt und gleicht aus. Gute Ernährung ergänzt Dein Yoga. Es macht Dich stark und kann Dich vor vielem bewahren, was vielleicht in „unachtsamer“ Ernährung nicht auffällt und nach Jahren in Müdigkeit, Gereiztheit und Verdauungsproblemen endet. Nicole und Iris haben sich mit ihren Kompetenzen zusammengetan und ein wundervolles Buch geschrieben. Yoga Kitchen ist die perfekte Kombination aus Yoga und Kochen. Mein Kitchen Talk mit beiden war grandios.

uy:
Was ist das erste, was Du morgens isst und trinkst und warum?

Iris:

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Als aller erstes trinke ich einen großen Schluck Wasser. Am Bett steht bei mir immer ein Glas. Nach sieben bis acht Stunden Schlaf braucht mein Körper Flüssigkeit, um fit und wach zu werden. Zum Frühstück mache ich mir dann gerne einen warmen Haferbrei mit Chia- und Leinsamen, Cranberries und frischem Obst. Das sättigt mich gut und hält bis zum Mittag an. Aber der Kaffee am Morgen darf bei mir auch nicht fehlen, um wach zu werden.
Nicole:

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Ein Glas warmes Wasser, manchmal mit einem Spritzer Zitrone, das weckt sanft den Magen auf. Danach: Kaffee. Ich liebe das Zischen der Espressomaschine und den Kaffeeduft ,der durch die Küche zieht. Wenn ich morgens unterrichte mache ich mir oft einen Smoothie aus Orangen, Spinat, Apfel und Avocado. Sonst frühstücke ich lieber warm: Hirsebrei mit Äpfeln und Blaubeeren oder Porridge (am liebsten mit Mandelmilch) mit Birnen oder was grad Saison hat, dazu grob gehackten Nüssen. So habe ich genug Energie für den Tag. Ich habe aber auch eine Schwäche für geröstetes Brot mit Honig, das schmeckt für mich nach Sommer.

uy: Gibt es etwas, was Du immer vorrätig hast?

Iris: Da gibt es einiges: In meinem Vorratsschrank befinden sich immer Linsen, Tomatenmark, Nüsse und eine Packung Pasta. Darüber hinaus habe ich immer zahlreiche Gewürze im Haus – ohne die ist das Kochen halb so schön. Neben Koriander, Kreuzkümmel, grüner Pfeffer, Chili stehen auch Thymian, Rosmarin und Majoran uvm. im Regal. Aus diese Zutaten kann man schnell ein eine schmackhafte Linsen-Bolo mit Pasta zubereiten.
Nicole: Mandeln, getrocknete Feigen, Hirse, Quinoa, Haferflocken (oder andere Getreideflocken), Pasta, Tomaten in der Dose, Kräuter auf’m Balkon. Daraus kann man immer was machen: Wenn noch etwas Gemüse da ist, umso besser; ab in den Ofen damit, Quinoa kochen – fertig. Oder eine schnelle Pastasauce auf Tomatenbasis.
uy: Was sollte jeder in seinem Kühlschrank haben und warum?

Iris: Eine Bio-Zitrone sollte immer im Kühlschrank liegen. Mit der Schale kann man jedes Essen aufpeppen und mit dem Saft gelingen Dressing, Limonade, Saucen und Marinaden immer und verleihen den Speisen einen Frische-Kick.
Nicole: Milch (Mandel-, Hafer-…- was man mag), für Kaffee, Müsli und Porridge. Möhren und Oliven. Kann man beides pur essen und als Extra für Salate und Pastasaucen nehmen. Aus geraspelten Möhren lässt sich schnell mit Äpfeln und Nüssen einen Salat machen, wenn auch die oben genannte Zitrone vorhanden ist ,-)
uy: Gibt es ein Nahrungsmittel, welches Du gern verbieten würdest?

Iris: Eigentlich halte ich von Verboten und dem erhobenen Zeigefinger nicht so viel. Aber wenn ich die Lebensmittelindustrie anschaue, würde ich ganz klar Billig-Fleisch aus der Massentierhaltung verbieten. Das würde einige Probleme in unserer Welt lösen.
Nicole: Da kann ich Iris nur zustimmen. Außerdem bin ich überhaupt kein Fan von veganen Ersatzprodukten, wie veganer Wurst und solcher Sachen. Finde ich einfach nur absurd.
uy: Welches Essen erinnert Dich an Deine Kindheit?


Iris: Bei uns gab es immer am Donnerstag Eierpfannkuchen mit Omas selbstgemachen Apfelmus. Am nächsten Tag gab es die Pfannkuchen herzhaft gefüllt und gerollt mit in die Schule. Auch heute noch gehören Pfannkuchen, Crêpes, Galettes oder Palatschinken immer noch zu meinen Lieblingsspeisen.
Nicole: Milchreis. Den gab es immer, wenn meine Eltern mittags nicht da waren. Dann stand der große Topf in Zeitungspapier eingepackt im Schlafzimmer unter der Bettdecke. So blieb er warm und wir Kinder brauchten nicht den Herd anmachen. Und Makkaroniauflauf. Mit einer extra knusprigen Kruste. Darauf haben mein Bruder und ich immer Ketchup gekippt. Dazu gab es grünen Salat mit Zucker-Zitronendressing. Grünen Salat mag ich heute noch, wenn auch mit einem anderen Dressing.
uy: Ein Rezept, welches Dir immer gelingt?

Iris: Mmm? Da gibt es einige Rezepte. Aktuell bereite ich gerne vegetarische Burger zu. Das gelingt ganz leicht aus schwarzen Bohnen, die ich einfach aus der Dose nehme, zerstampfe und mit Walnüssen, Haferflocken, gewürzt mit Chili und Senf zu Pattys forme. In Olivenöl gebraten und mit Blattspinat, einer Joghurt-Senfsauce mit gebratenen Zwiebeln in einem Vollkornbrötchen gebettet ist der Burger für meine Familie und mir ein toller Spaß und Genuss.
Nicole: Risotto. In allen Variationen. Geht schlicht und schick, je mach Zutaten und Beilagen. Am liebsten mag ich Kürbisrisotto. Schalotten glasig andünsten, Kürbisstücke dazu geben, Risottoreis drauf, mit Weißwein ablöschen, langsam mit Brühe aufgießen und rühren. Salz, frisch gemahlener Pfeffer und Parrmesan dazu. Später noch frische Kräuter  drüberstreuen (Estragon passt ganz gut).
uy: Womit hältst Du Dich fit, neben einer guten Ernährung?

Iris: Als Ökotrophologin steht bei mir eine ausgewogene Ernährung im Mittelpunkt. Aber das ist nicht alles. Ich bewege mich auch regelmäßig. Neben Yoga und Pilates gehe ich im Park laufen und fahre fast jede Strecke mit dem Fahrrad.
Nicole. Yoga – klar. Ich fahre Fahrrad und gehe für mein Leben gern spazieren. Diesen Sommer habe ich Federball wieder entdeckt. Barfuss auf grünen Wiesen den  Ball hin- und herschlagen macht Laune.
uy: Was isst Du auf Reisen um fit und ausgeruht zu bleiben?

Iris: 
Ich packe mit immer frisches Obst wie Bananen, Nektarinen oder Äpfel, Nüsse und Früchteriegel in die Reisetasche. Außerdem ist eine Flasche Wasser mit dabei. So bekommt der Körper Vitamine und Mineralstoffe. Ich bleibe mit den enthaltenen komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen lange satt und bekomme keinen Heißhunger. Auch die B-Vitamine, das Vitamin E und die enthaltenen Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium wirken nervenstärkend und beruhigend.
Nicole: Nüsse und Obst, bevorzugt Äpfel, die kann man einfach in die Tasche stecken. Viel trinken. Ansonsten finde ich es wichtig, sich zwischendurch immer wieder zu bewegen. Schultern rollen, Arme ausstrecken, Beine strecken.
Welche drei Tipps hast Du für mich, um gesund zu bleiben?

Iris:
1. Iss mit Genuss, Achtsamkeit und Bewusstsein. Das ist gut für Dich und Deinem Körper. Er sagt Dir was Du brauchst und magst. So wirst Du automatisch Dich nicht einseitig und übervoll essen und aufhören wenn Du satt bist.
2. Trinke reichlich Wasser etwa 1,5 bis 2 Liter am Tag. Damit bleibst Du fit und wach. Außerdem fördert viel Flüssigkeit die Verdauung und aktiviert den Stoffwechsel.
3. Verbote sind verboten. Diese bringen nur Heißhunger und schlechte Laune. Schokolade gehört mit zum Leben und sollte keine Sünde sein.
Nicole:
•    Beweg Dich! Fahre mit dem Rad, geh ab und an zu Fuß, streck Dich zwischendurch, wenn Du am Schreibtisch sitzt. Was immer Dir Spaß macht: Yoga, Laufen, Schwimmen, Tischtennis … Bewegung bringt den Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung, schenkt Energie und macht gute Laune.
•    Höre auf deinen Körper. Der weiß eigentlich von selbst, was gut für dich ist. Iss beispielsweise nur, wenn Du hungrig bist, nicht, weil jetzt Mittagspause ist und Essen auf dem Programm steht. Hol’ Dir was, das du später essen kannst.
•    Gönne Dir Pausen jeglicher Art: gehe nachmittags spazieren,  starte den Tag mit einer Meditation oder stell’ dein Smartphone mal en paar Stunden aus. Nimm immer wieder bewusst Abstand zum Alltag. Das fokussiert und entspannt.

Vielen Dank Euch und jetzt möchte ich werde ich meiner Mutter die Geschichte mit dem Milchreis erzählen, denn den gab es bei uns auch immer, wenn sie mal nicht da war in der Wolldecke.

Ich wünsche Nicole und Iris viel Erfolg!